„Kleines Ensemble Aachen“ begeistert
Neue „Musik im Pfarrhaus“-Saison: Förderkreis Orgelbau der Pfarre St. Sebastian sammelt wieder Geld für sein ehrgeiziges Projekt.
Von Ernst Hubert Gier
Von Ernst Hubert Gier
Würselen. Mit einem Konzert in der Schalterhalle der VR-Bank startete der Förderkreis Orgelbau der Pfarre St. Sebastian in eine neue „Musik im Pfarrhaus“-Saison.
Zum dritten Mal war das Geldinstitut, das den Förderkreis seit der Gründung im Jahre 1999 finanziell unterstützt, spendabler Gastgeber, so dass neben der Musik auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz kamen. Gestaltet wurde das Eröffnungskonzert vom „Kleinen Ensemble Aachen“ mit Sabine Schiffels (Flöte), Bruno Schiffels (Oboe), Dr. Brigitte Petrovitsch (Violine), Ulrich Frommen (Fagott) und Richard Klein (Cembalo). Es bot ausgewählte Werke deutscher und italienischer Komponisten für Genießer aus der Barockzeit dar.
Mit dem Vorsitzenden des Förderkreises, Hermann Jörissen, freute sich der Prokurist der VR-Bank, Josef Clemens, über die Resonanz, die das anspruchsvolle Konzert in der Schalterhalle seines Hauses fand, deren akustische Gegebenheiten den Ansprüchen eines kleinen Konzertsaales genügten. Er überraschte den Förderkreis zudem noch mit einer Spende von 1000 Euro, für die sich Vorsitzender Jörissen herzlich bedankte. So wurde die in neun Jahren angesparte Summe auf 391 000 Euro aufgestockt. Für die noch ausstehenden 149 000 Euro muss, so erläuterte Jörissen, weiter „geklappert“ werden.
Bekanntschaft machten die Konzertbesucher zunächst mit Alessandro Scarlatti, dem Vater von neun Söhnen, von denen zwei, Dominico und Pietro Filippo, in seine Fußstapfen traten. Vom Meister der neapolitanischen Musikschule bot das Ensemble das „Concerto a Moll“ versiert dar, wobei es bei der Fuga die besonderen Feinheiten dieser Komposition herausarbeitete. Dabei traten die Barockflöte und die Violine solistisch glanzvoll in Erscheinung. Überhaupt waren die solistischen Leistungen der einzelnen Ensemble-Mitglieder beeindruckend. Mit Johann Gottlieb Janitsch stellte das Ensemble einen schlesischen Komponisten der Barockzeit vor. Dabei handelt es sich um einen Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach, der vor allem am Hofe von Friedrich dem Großen musikalisch wirkte. Zu Gehör brachte es die „Sonata da camera“, ein frühes Werk des Komponisten, bei dem sich die Musiker vor allem im „Allegro vivace“ ausleben konnten. Mit dem „Concerto g-Moll“ präsentierte das „Kleine Ensemble Aachen“ eine von 200 Kompositionen des Italieners Antonio Vivaldi, in der sich vor allem im „Presto“ die Virtuosität des Meisters spiegelte. Schließlich begeisterten die fünf Musiker ihr Publikum noch mit dem „Concerto a quattro“ von Georg Friedrich Händel und dem „Quartett g-Moll“ von Georg Philipp Telemann, der vorwiegend in Magdeburg, Eisenach und Hamburg seine künstlerischen Qualitäten als Konzertmeister und Kantor unter Beweis stellte. Mit Händel verband ihn eine lebenslange Freundschaft. (ehg)
