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Ex-Prinz ist auch als Sammler närrisch unterwegs

 

Dieter van Horn hat Orden fast aller düvelstädtischen Regenten zusammengetragen. Sein nächstes Ziel: ein Chor aus Tollitäten.
Foto: Wolfgang Sevenich


Würselen. Bereits bei der ersten Präsentation seiner Sammlung „Bilder und Orden aller Nachkriegs-Stadtprinzen“ anlässlich des Konsulenfestes hatte Dieter von Horn viel Beifall bekommen. Der Mann, der als Dieter III. 2008 das Zepter in Würselen geschwun-gen hat, hat seine Sammlung auf Grundlage der Stadtprinzen-bücher der Prinzengarde des Würselener Karnevals erstellt, die vom Ehrenkommandanten Hans Bücken gehegt und gepflegt werden.

Auch Alt-Gardist Franz Amberg stand dem Ex-Prinzen zur Seite. Die lückenlose Sammlung aller Bilder und Stadtprinzenorden – 62 beziehungsweise 59 an der Zahl – ist noch bis Aschermittwoch in der Geschäftsstelle der VR-Bank an der Kaiserstraße zu sehen. Deren Prokurist Josef Clemens begrüßte bei der Eröffnung auch den ältesten noch lebenden Ex-Prinzen: Peter Krings. Der war 1950 Narrenherrscher in der Düvelstadt. Der erste Nachkriegs-prinz war 1949 Eduard I. (Johnen).
 
Auch KWK-Ehrenpräsident Hubert Pütz, der während seiner Amtszeit 25 Prinzen das Zepter überreicht hat, gehörte zu den Gästen der Eröffnung. Der erste Prinzenorden in van Horns Sammlung wurde 1952 zu Ehren von Theo I. (Siepmann) aufgelegt. Lange Zeit waren die prinzlichen Ehrenzeichen recht einfach gehalten. Erst zu Beginn der 70er Jahre wurden sie mit Bezug auf Beruf, Hobby oder Familiennamen des jeweiligen Prinzen aufwendiger und symbolträchtiger gestaltet. 

Beim Polizeibeamten Dieter Pütz, Ehrenpräsident der KG Au Ülle, hieß es 1971: „Ze Foss emmer, met der Auto nie.“ Eine weiße Maus mit Kelle wies die Richtung. Beim Modellschreiner Matthias I. (Esklavon) grüßten als Symbole seiner Tätigkeit Zirkel und Hobel. Den Amtsschimmel ritt der städtische Beamte Norbert I. (Güldenberg) 1981. Lehrer Josef IV. (Palm) sorgte 1998 in der Klasse für Ruhe und Ordnung. Bei Walter I. (Küppers) wurde 1980 dessen Gartenhäusern ein Denkmal gesetzt. Dieter III. fuhr 2008 auf seinem Orden – was nahe lag – mit einem Bus. 

Fußball, Jungenspiel und Karneval sind in der Düvelstadt über Jahrzehnte eng verbandelt. Dass beim Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele, Karl-Josef Kaefer, 1979 die „Spellsleute“ ins Bild gerückt wurden, lag also auf der Hand. Fußball und Tennis deuten beim amtierenden Prinzen Heinz IV. (Horbach) auf dessen sportliche Ambitionen hin. Auch beson-dere Anlässe wurden auf den Orden verewigt. Etwa 1974, als Toni I. (Worms), der Gatte der heutigen KWK-Präsidentin, beim 50-jährigen Stadtjubiläum die Narren regierte. 

Das Bemühen von Dieter van Horn ist es, die Exprinzen wieder stärker in die Pflege des Brauchtums einzubeziehen. So hat er einen Stammtisch initiiert. 2009 nahm er mit „seinen“ Exprinzen am Tulpensonntagszug teil. Seine neueste Idee: Er möchte einen Exprinzen-Chor gründen. Wer ihn kennt, weiß, dass er wohl nicht eher Ruhe geben wird, bis auch das in die Tat umgesetzt ist. (ehg) 

von Ernst-Hubert Gier